Achtsamkeit
FachbegriffAchtsamkeit bezeichnet die bewusste, nicht-wertende Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment – auf Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen. Achtsamkeitspraktiken können Stress reduzieren und…
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Psychische Erkrankungen, Therapieverfahren und Fachbegriffe – verständlich erklärt.
Achtsamkeit bezeichnet die bewusste, nicht-wertende Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment – auf Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen. Achtsamkeitspraktiken können Stress reduzieren und…
Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) und achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) kombinieren Meditation und Yoga mit psychologischen Techniken. MBCT wurde speziell zur Rückfallprävention…
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurobiologische Störung, die sich durch Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und bei manchen Betroffenen durch Hyperaktivität ausze…
ACT ist eine moderne Form der Verhaltenstherapie. Statt belastende Gedanken zu bekämpfen, lernt man, sie zu akzeptieren und trotzdem nach eigenen Werten zu handeln. Achtsamkeit spielt eine zentrale Ro…
Angststörungen sind eine Gruppe psychischer Erkrankungen, bei denen übermäßige Angst oder Furcht das tägliche Leben stark beeinträchtigt. Angst ist grundsätzlich eine natürliche Reaktion – bei einer A…
Eine Anpassungsstörung tritt als Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis auf (z.B. Trennung, Jobverlust, schwere Krankheit). Die Betroffenen reagieren stärker als erwartet und haben Schwierigkeite…
Die Approbation ist die staatliche Zulassung zur Ausübung der Psychotherapie oder Psychiatrie. Nur approbierte Therapeut:innen und Ärzt:innen dürfen eigenständig psychotherapeutisch behandeln.
Autismus ist eine neurologische Besonderheit, die sich auf soziale Interaktion, Kommunikation und Verhaltensmuster auswirkt. Die Ausprägungen sind vielfältig – daher spricht man vom Autismus-Spektrum.…
Die bipolare Störung ist eine affektive Störung, bei der sich manische (oder hypomanische) und depressive Phasen abwechseln. In manischen Phasen sind Betroffene euphorisch und überaktiv, in depressive…
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist gekennzeichnet durch Instabilität in Beziehungen, Selbstbild und Gefühlen. Betroffene erleben intensive Emotionen und haben oft Angst vor dem Verlassenw…
Burnout beschreibt einen Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, der durch langanhaltende Überlastung – meist im beruflichen Kontext – entsteht. Burnout ist keine eigenständige Di…
Depression ist eine häufige psychische Erkrankung, die sich durch anhaltende Traurigkeit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit auszeichnet. Sie betrifft Millionen von Menschen weltweit und ist gut …
Die DBT wurde speziell für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt, hilft aber auch bei anderen Störungen mit starker Emotionsregulationsproblematik. Sie kombiniert kognitive Verhalt…
Dissoziative Störungen sind Unterbrechungen im normalen Bewusstseinsstrom, dem Gedächtnis, der Identität oder der Wahrnehmung. Sie entstehen oft als Schutzreaktion auf überwältigende Erlebnisse.
Dysthymie (heute: persistierende depressive Störung) ist eine chronische Form der Depression mit dauerhaft gedrückter Stimmung, die mindestens zwei Jahre anhält. Die Symptome sind oft weniger intensiv…
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine spezielle Therapiemethode zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse. Durch gelenkte Augenbewegungen werden belastende Erinnerungen neu ver…
Essstörungen sind ernsthafte psychische Erkrankungen, bei denen das Essverhalten und die Beziehung zum eigenen Körper stark gestört sind. Dazu gehören Anorexie (Magersucht), Bulimie und Binge-Eating-S…
Die generalisierte Angststörung (GAS) ist gekennzeichnet durch anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen über viele verschiedene Lebensbereiche – Gesundheit, Familie, Finanzen, Arbeit. Anders als bei …
In der Gruppentherapie arbeiten mehrere Patient:innen gemeinsam mit ein oder zwei Therapeut:innen. Die Gruppe selbst wird zum Therapieinstrument: Soziale Rückmeldung, geteilte Erfahrungen und das Erle…
Bevor eine ambulante Langzeitpsychotherapie von der gesetzlichen Krankenkasse genehmigt wird, muss in vielen Fällen ein Gutachten eingeholt werden. Der:die Therapeut:in erstellt einen anonymisierten B…
Hypnotherapie nutzt gezielt den Entspannungszustand der Trance, um Zugang zu unbewussten Ressourcen zu erhalten und Veränderungsprozesse zu unterstützen. Sie ist wissenschaftlich anerkannt und wird be…
Die interpersonelle Therapie (IPT) ist ein strukturiertes Kurzzeitverfahren, das sich auf den Zusammenhang zwischen aktuellen zwischenmenschlichen Problemen und psychischen Beschwerden – insbesondere …
Komorbidität bedeutet, dass bei einer Person gleichzeitig zwei oder mehr Erkrankungen vorliegen. In der psychischen Gesundheit ist dies häufig: z.B. Depression und Angststörung, ADHS und Depression, o…
Wenn du innerhalb einer zumutbaren Wartezeit keinen Therapieplatz findest, kannst du über das Kostenerstattungsverfahren (§ 13 Abs. 3 SGB V) auch eine:n Therapeut:in ohne Kassenzulassung aufsuchen – d…
Krisenintervention bezeichnet die kurzfristige, intensive Unterstützung in akuten psychischen Krisen – etwa bei Suizidgedanken, Panikattacken oder einem psychotischen Schub. Krisentelefone und psychia…
Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeigt sich ein durchgehendes Muster von Grandiosität, Bewunderungsbedürfnis und mangelndem Einfühlungsvermögen. Hinter der oft selbstbewusst wirkenden Fas…
Bei einer Panikstörung treten wiederholt plötzliche, intensive Angstanfälle (Panikattacken) auf, die oft ohne erkennbaren Auslöser entstehen. Die Betroffenen entwickeln häufig eine starke Angst vor de…
PiAs sind Psycholog:innen in der postgradualen Ausbildung zur approbierten Psychotherapeut:in. Sie führen unter Supervision eigenständig Therapien durch. Die Behandlung durch PiAs ist kostengünstig un…
PTBS entwickelt sich nach einem traumatischen Erlebnis – etwa einem Unfall, Überfall, Krieg oder Missbrauch. Die Betroffenen erleben das Trauma immer wieder durch Flashbacks und Albträume. PTBS ist mi…
Probatorische Sitzungen sind Probesitzungen (2–4 Termine) zu Beginn einer Psychotherapie. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und der Therapieplanung. Erst danach wird die eigentliche Therapie b…
Psychiater:innen sind Ärzt:innen mit Facharztausbildung in Psychiatrie – sie können Medikamente verschreiben und psychotherapeutisch tätig sein. Psychotherapeut:innen haben eine Ausbildung in einem an…
Die analytische Psychotherapie (Psychoanalyse) ist das intensivste psychodynamische Verfahren. Mit mehreren Sitzungen pro Woche und über einen längeren Zeitraum werden tiefgreifende unbewusste Konflik…
Psychoedukation bezeichnet die gezielte Aufklärung von Patient:innen und deren Angehörigen über eine psychische Erkrankung – Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Umgang im Alltag.
Psychosomatik beschreibt den Zusammenhang zwischen psychischen Zuständen und körperlichen Beschwerden. Psychosomatische Erkrankungen sind körperlich real – entstehen aber durch psychische Belastungen.
Die psychotherapeutische Sprechstunde ist der erste Kontakt mit einer Therapeut:in. Sie dient der Abklärung, ob eine Behandlung notwendig ist, und ist Voraussetzung für die Beantragung einer Psychothe…
Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit – die Fähigkeit, belastende Erlebnisse und Krisen zu überstehen und sich davon zu erholen. Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern …
Richtlinienverfahren sind Psychotherapiemethoden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist und die deshalb von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Aktuell gibt es vier Richtlinie…
Die saisonale affektive Störung (SAD) ist eine Form der Depression, die regelmäßig in den dunklen Herbst- und Wintermonaten auftritt und im Frühjahr von selbst nachlässt. Sie ist auf den Lichtmangel z…
Die Schematherapie ist eine integrative Methode, die Elemente der Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und Gestalttherapie verbindet. Im Fokus stehen tiefe Überzeugungen und Muster aus der Kindheit, die …
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die das Denken, Wahrnehmen, Fühlen und Verhalten tiefgreifend verändert. Betroffene können Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Denkstörungen er…
Insomnie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder zu frühes Erwachen, trotz ausreichender Gelegenheit zum Schlafen. Chronische Schlafstörungen sind eng mit Depression, A…
Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) bezeichnet das absichtliche Zufügen von körperlichen Schäden ohne Suizidabsicht. Es dient oft der Regulierung überwältigender Emotionen. Selbstverl…
Selbstwert bezeichnet die innere Haltung, die man sich selbst gegenüber hat – ob man sich als wertvoll, kompetent und liebenswert erlebt. Geringer Selbstwert ist ein häufiger Faktor bei Depression, An…
Bei somatoformen Störungen leiden Betroffene unter körperlichen Beschwerden, für die sich keine ausreichende körperliche Ursache findet. Die Beschwerden sind real und nicht eingebildet – sie entstehen…
Die soziale Phobie (auch: Sozialangststörung) ist eine ausgeprägte Angst vor sozialen Situationen, in denen man von anderen beobachtet oder bewertet werden könnte. Betroffene befürchten, sich zu blami…
Ambulante Behandlung findet in einer Praxis statt und ermöglicht das Leben im gewohnten Umfeld. Stationäre Behandlung bedeutet einen Aufenthalt in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik. …
Stigmatisierung bezeichnet negative gesellschaftliche Einstellungen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen. Stigma kann dazu führen, dass Betroffene keine Hilfe suchen. Aufklärung, offene Kom…
Sucht ist eine psychische und oft auch körperliche Erkrankung, bei der der Konsum einer Substanz oder ein bestimmtes Verhalten trotz negativer Folgen nicht kontrolliert werden kann. Es gibt substanzbe…
Suizidalität bezeichnet das Vorhandensein von Gedanken, Impulsen oder Handlungen, die auf das Beenden des eigenen Lebens gerichtet sind. Suizidalität ist immer ernst zu nehmen. Bei akuter Gefahr: 112 …
Die systemische Therapie betrachtet psychische Probleme im Kontext sozialer Beziehungen und Systeme (Familie, Partnerschaft, Arbeit). Seit 2020 ist sie als Richtlinienverfahren anerkannt und wird von …
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass aktuelle Probleme oft in unbewussten Konflikten aus der Vergangenheit wurzeln. In der Therapie werden diese Zusammenhänge erkannt …
Ein psychisches Trauma ist ein überwältigendes Erlebnis, das die Verarbeitungskapazität eines Menschen übersteigt – etwa Gewalt, Unfälle, Missbrauch oder Verlust. Nicht jedes traumatische Erlebnis füh…
Traumatherapie ist ein Oberbegriff für verschiedene Verfahren zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Dazu gehören EMDR, traumafokussierte KVT, Somatic Experiencing und weitere Methoden. Ziel ist die…
Die kognitive Verhaltenstherapie ist das am häufigsten eingesetzte und am besten erforschte Psychotherapieverfahren. Sie hilft, ungünstige Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern.…
In Deutschland warten Betroffene im Durchschnitt mehrere Monate auf einen Therapieplatz. Die psychotherapeutische Sprechstunde ist ein erster Schritt. Überbrückungsmaßnahmen wie Krisentelefone, Online…
Bei einer Zwangsstörung drängen sich wiederkehrend bestimmte Gedanken auf (Zwangsgedanken) und/oder es werden bestimmte Handlungen immer wieder ausgeführt (Zwangshandlungen), obwohl die Betroffenen wi…